Ich hab da mal ein Kreuzchen gemacht

Ich war dann also auch bei diesem Bundesparteitag. Und was soll ich sagen: nicht alles lief perfekt, aber hey, wir sind eben auch nur Menschen. Besonders der Sonnabend war Entschädigung für die letzten Wochen und Monate.
Endlich ist Schluss mit dieser unwürdigen Einzelfalldiskussion. Wir haben klar gezeigt, dass wir zusammen gehören  und dass wir Nazis in unseren Reihen nicht wollen und dulden.
Damit haben wir anderen Parteien eines ihrer wichtigsten Wahlkampfargumente genommen.
Die Aktionen, mit denen wir uns gegen Rechts und auch gegen fragwürdige Kandidaten stellten, erzeugten bei mir eine Gänsehaut und ein regelrechtes Gefühlsbad. Viele Leute twitterten, sie hätten „Pipi in den Augen“ und ich war einer davon.
Nun hingen in Neumünster ja auch überall diese „hübschen“ Plakate der Linken und ich hörte, man habe angefangen, diese wieder abzunehmen. Das freut mich. Dass sich Die Linke mit diesen Plakaten einen Gefallen tat, glaube ich eher nicht, es war mehr ein Bärendienst. Dass sich die Prominenz anderer Parteien nun ans Strafgesetzbuch klammert, um uns weiterhin als Nazis zu bezeichnen, halte ich schlicht für erbärmlich. Es wäre sicherlich geschickter, sich mit unseren angeblich nicht vorhandenen Inhalten zu befassen. Aber ich sage es mal so: Macht doch, was Ihr wollt.
WIR SIND KEINE NAZIS.

 

Ein weiterer streitbarer Punkt war dann die Diskussion um die Beitragserhöhung. Zunächst war auch ich dafür, sogar für den Vorschlag mit den 60 Euro/Jahr. Der Jahresbeitrag unserer Partei ist der mit Abstand niedrigste verglichen mit SPDCDUGrüneDieLinke, auch nach der Erhöhung. Durch gute Argumente bin ich aber mittlerweile überzeugt, dass die Erhöhung NICHT der richtige Weg sein wird. Solange so viele Mitglieder GAR NICHT zahlen, nehmen wir auch bei einer Erhöhung auf 500 Euro nicht mehr ein, wir verprellen eher diejenigen, die bisher immer pünktlich gezahlt haben.
Ich habe also GEGEN die Erhöhung gestimmt. Jeder, der es sich leisten kann, kann und SOLLTE halt spenden.
Auf Twitter kündigte ich an, freiwillig 60 Euro pro Jahr zu zahlen. Dieser Tweet wurde anständig retweetet. Als ich dann fragte, ob die Retweeter da denn mitmachen würden, war das Echo irgendwie nicht mehr so  durchschlagend.
Ich habe mein Versprechen gehalten. Kaum Zuhause angekommen, habe ich die Differenz von 24 Euro überwiesen und nunmehr für dieses Jahr 60 Euro gezahlt. Andere Spenden kommen noch dazu, wie die den JuPis versprochene und die Barspende auf dem Parteitag.
Dass wir eine solidarische Gemeinschaft sein können, hat auch Simons Aktion gezeigt. Wir haben einem weniger vermögenden Menschen die Teilnahme am Parteitag ermöglicht, indem wir Geld sammelten.
Dieser Pirat war dankbar dafür und möchte das zurückzahlen. Mein Vorschlag: Als zweckgebundene Spende an die Partei für die Finanzierung der Parteitagsteilnahme für einkommensschwache Mitglieder.
Die liebe Presse, die immer so gerne schreibt, dass weniger Vermögende ausgeschlossen werden, hat darüber leider nicht berichtet.

 

Und dann war da ja noch die Vorstandswahl. Ich möchte an dieser Stelle keinen Kandidaten bewerten. Jeder hatte seine Gründe zu kandidieren oder es eben nicht zu tun, einige bewundere ich für ihren Mut, das so lange durchzuziehen. Und nein, auch ich war nicht mit allen Kandidaten glücklich. Auch ich habe den Saal verlassen, als sich ein unhaltbarer Kandidat vorstellen wollte. Auch ich drehte mich um und hielt die rote Karte hoch, als sich jemand vorstellte, der offensichtlich ein Problem mit Juden hat und der in einem Satz meinte, er könne Wahlkampf und dann im nächsten Satz SEINE Wähler beleidigte. Er wurde glücklicherweise nicht gewählt.
Alles in Allem: Mit diesem jetzt gewählten Vorstand kann ich leben und ich möchte gern, dass ihm die Zeit und die Chance gegeben wird, sich zu beweisen.
Gestern Abend schon sah ich die Schimpferei auf Twitter und ich finde das kontraproduktiv. Schon während der Wahlen und danach taten sich wieder die Gräben auf und die Regionalkeule wurde geschwungen. „Die Berliner“,  „Regionale Seilschaften“ etc konnte ich da lesen. Leute, die so etwas schreiben, sollen sich doch bitte mal überlegen, was solche Aussagen nach sich ziehen: Sie vergrößern diese Gräben und machen alles noch schlimmer.
Ich bin in der Partei bisher nie groß im Rampenlicht erschienen, ich kandidiere für nichts, weil ich der Meinung bin, dass ich noch nicht lange genug dabei bin, um ein Amt so gut machen zu können wie andere Kandidaten.

 

Ich habe aber ein Ziel: Gräben zuschütten. Wunderbare Menschen in meiner Crew und in der gesamten Partei unterstützen das und machen mit. Wir gründen und pflegen Freundschaften über die Landesgrenzen hinaus. Für uns gibts kein „Die Bayern“, „Die da draußen“  oder so.
Und ich rufe alle dazu auf, das nachzumachen.
Wir brauchen keine Gräben. Wir brauchen Zusammenhalt. Wir haben gemeinsame Ziele.
Ja, ich bin Pirat, und nach diesem Bundesparteitag bin ich es auch wieder gerne.
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Das habt Ihr jetzt davon!

Noch ein Blog mehr, das die Welt eigentlich nicht braucht. Gerade in den letzten Wochen und Monaten sind so viele Dinge passiert, die mich bewegten, begeisterten, traurig machten oder verärgerten.

Ich habe selbst erfahren, wie leicht es zu Mißverständnissen auf Twitter (und nicht nur dort) kommt. Auch habe ich selbst erlebt, was ein klärendes Gespräch bringt oder gar einfach mal dieses „reale Leben“.

Und weil ich nun der Meinung bin, dass auch ich der Welt einiges zu sagen habe, was in 140 Zeichen aber doch sehr mühsam ist, möchte ich das nun künftig in loser Folge hier tun, sogar wenn es die Welt nicht ganz so brennend interessieren sollte, was mich so bewegt.

Ich freue mich schon auf meine künftigen Leser, deren Kommentare und den dadurch entstehenden Lernprozess.

Für heute soll es aber bei diesem kurzen Einführungspost bleiben, mehr dann in den nächsten Tagen.